Ganzheitliche Augenheilkunde

Ganzheitliche Augenheilkunde bedeutet in unserer Praxis das konstruktive Miteinander von Hightech-Diagnostik, dem reichhaltigen Erfahrungsschatz der westlichen „Schulmedizin“ und alternativen Diagnose- und Behandlungsmethoden. Es ist uns wichtig, Ihre Beschwerden in einem Gesamtzusammenhang zu sehen und gemeinsam mit Ihnen Risikofaktoren, Ursachen und Lösungen zu finden. Individuell und auf Sie abgestimmt werden Behandlungsmöglichkeiten mit allen Fürs und Widers mit Ihnen ausführlich und in Ruhe besprochen.

Warum ganzheitliche Augenheilkunde?

Der Sehprozess ist neben den Gedächtnisleistungen einer der komplexesten Vorgänge im Gehirn und ist dafür verantwortlich, eine Vielzahl von Informationen aus der Umgebung aufzunehmen und zu verarbeiten. Nur ein gut funktionierendes Auge und ein reibungsloses Zusammenspiel beider Augen wird diesen Anforderungen gerecht.

Als Teil des Gehirns bieten die Augen zudem die einzigartige Möglichkeit mit hochauflösenden optischen Verfahren unter anderem eine Zustandsbeurteilung der Blutgefäße und mögliche Veränderungen sowie frühzeitige Hinweise auf Stoffwechselerkrankungen zu erkennen.

Auge und Sehprozess

Rein physikalisch-optisch sehen wir die Welt spiegelverkehrt und auf den Kopf gestellt. In den ersten Lebensjahren lernen wir diese Seheindrücke zu verarbeiten und mit dem Gleichgewichtssinn in Einklang zu bringen – eine entscheidende Voraussetzung dafür, den aufrechten Gang zu lernen.

Darüber hinaus ist das exakte Zusammenspiel beider Augen für eine räumlich-plastische Wahrnehmung eine entscheidende Voraussetzung. Jedes Auge wird von sechs feinen Muskeln bewegt, das Gehirn muss daher bei jeder Blickbewegung insgesamt zwölf Muskeln fein abgestimmt koordinieren. Schon die geringsten Störungen in der Beweglichkeit, im Zusammenspiel beider Augen und bei den übermittelten Seheindrücken kann daher auf Dauer gravierende Folgen haben.

Die Auge-Kopf-Hand-Koordination funktioniert dann nicht mehr richtig und die Umgebung wird zunehmend zweidimensional. Versuchen Sie doch ruhig einmal mit einem geschlossenen Auge etwas in ein Glas einzuschenken oder Abstände einzuschätzen!

Gerade im Kindesalter mit seinen immens schnellen Lernprozessen können hier Beeinträchtigungen schon nach kurzer Zeit schwerwiegende und dauerhafte Folgen haben. Bei Auffälligkeiten sollte daher rasch eine Untersuchung erfolgen.

Die Seheindrücke werden von den Augen aufgenommen und über den Sehnerven und die Sehbahn an das Sehzentrum des Gehirns weitergeleitet. Da das Sehzentrum im Hinterhaupt liegt, durchläuft die Sehbahn das gesamte Gehirn. Bei Störungen der Weiterleitung reagiert der Sehprozess sehr früh und kann bei einer Vielzahl von Veränderungen der erste Hinweis sein.

Je nach Beschwerden sind häufig weitere Untersuchungen und auch Behandlungen notwendig. Wir arbeiten hier eng mit Neurologen, Radiologen, Physiotherapeuten, Osteopathen, Ergotherapeuten, Orthoptistinnen und Optometristinnen zusammen.

Aber es muss nicht immer kompliziert sein – manchmal bewirkt eine passende Brille oder Kontaktlinsen schon kleine Wunder und lassen die Welt ganz neu erkunden!

Das Auge und seine Nachbarn

Wie im wirklichen Leben ist ein gutes Auskommen mit den Nachbarn wichtig für das Wohlbefinden. In direkter räumlicher Nachbarschaft zu den Augen liegen die Nasennebenhöhlen. Bei einer Erkältung ist Ihnen sicherlich schon einmal aufgefallen, dass nicht nur die Nase läuft, sondern auch die Augen tränen und umgekehrt. Eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen kann daher oft die Ursache für tränende Augen sein, manchmal sogar die Beweglichkeit der Augen beeinträchtigen.

Die Zähne, besonders im Oberkiefer haben auch häufig Einfluss auf die Beweglichkeit und das Zusammenspiel beider Augen, gerade bei Veränderungen im Rahmen von Zahnspangen, Wurzelbehandlungen, Zahnentfernungen und Implantaten.

Der Gleichgewichtssinn im Innenohr ist mit den Augen zusammen für eine exakte Positionierung im Raum verantwortlich. Störungen in einem der beiden Sinne oder im Zusammenspiel sind häufig Ursache von Schwindel.

Insbesondere die Halswirbelsäule ist häufig Ursache für Augenbeschwerden oder Kopfschmerzen. Eine Schiefstellung oder Bewegungseinschränkung führt zu einer Verkippung des Horizontes, was durch die Augen ausgeglichen werden muss. Nicht selten gibt es auch den umgekehrten Fall, dass durch eine fehlende, falsch angepasste oder verbogene Brille der Horizont verschoben wird und dann durch die Halswirbelsäule ausgeglichen werden muss.

Auch in diesen Bereichen arbeiten wir eng mit HNO-Ärzten, Zahnärzten, Kieferorthopäden, Osteopathen und Physiotherapeuten zusammen.

Das Auge als Spiegel des allgemeinen Gesundheitszustandes

Bei der mikroskopischen Untersuchung des Auges können sich Hinweise auf eine Vielzahl von Stoffwechselerkrankungen aber auch Ablagerungen bei bestimmten Medikamenten zeigen. Mit den modernen Untersuchungsmethoden ist es auch möglich, den Augenhintergrund ohne Pupillenerweiterung in einer sehr hohen Auflösung zu untersuchen und mit Ihnen die Untersuchungsergebnisse am Bildschirm zu besprechen.

Gerade bei stressbedingten Gefäßveränderungen, beginnender Arteriosklerose und Frühzeichen für einen Bluthochdruck finden sich an den feinen Netzhautgefäßen erste Veränderungen sehr früh. Häufig zu einem Zeitpunkt, an dem sich durch eine Veränderung der Lebensgewohnheiten schwerwiegende Langzeitfolgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vermeiden lassen, bzw. das Risiko deutlich vermindern können.

Bei der hochauflösenden Untersuchung des Augenhintergrundes können auch erste Anzeichen von Gefäßschädigungen im Rahmen eines Diabetes festgestellt werden.

Sollten sich bei Ihnen Veränderungen zeigen und zusätzlich Symptome von beginnenden Durchblutungsstörungen (Ohrgeräusche, Tinnitus oder Schwindel) oder eine familiäre Vorbelastung bestehen, werden wir Ihnen eine eingehende internistisch-kardiologische Untersuchung empfehlen. Hier arbeiten wir eng mit Hausärzten, Kardiologen und Endokrinologen zusammen.

Ganzheitliche oder schulmedizinische Behandlung?

Diese Frage muss immer individuell und im Einzelfall entschieden werden. Die erhobenen Befunde und Untersuchungsergebnisse werden mit Ihnen ausführlich und verständlich besprochen. Nach einer sorgsamen Risiko-Nutzen-Abwägung wird gemeinsam mit Ihnen eine bestmögliche weitere Behandlung vereinbart. Bei einer möglichen Gefährdung des Augenlichtes oder dauerhafter Beeinträchtigung des Sehens werden Sie darüber aufgeklärt, denn Ihr gutes Sehen liegt uns am Herzen.