Grüner Star - Glaukom

Glaukom - Vorsorge und Behandlung

Hunderttausende haben Grünen Star, ohne es zu wissen

Der Grüne Star, auch Glaukom genannt, ist eine der häufigsten vermeidbaren Erblindungsursachen in der westlichen Welt. Auslöser ist ein erhöhter Augeninnendruck, der auf die Dauer den Sehnervenkopf schädigt. Mit der Zeit verengt sich dadurch das Gesichtsfeld immer weiter, der völlige Sehverlust droht. Das Tückische daran ist, dass man die ersten Anzeichen der Erkrankung selbst nicht bemerkt, denn sie kann sich über viele Jahre hinweg schleichend entwickeln. Daher haben viele Grünen Star, ohne es zu wissen.

Nach realistischen Schätzungen haben rund 10% der Bevölkerung über 40 Jahre einen erhöhten Augeninnendruck, jeder 10. davon hat bereits ein Glaukom. Wird es nicht erkannt und behandelt, droht Erblindung. Deshalb sollte jeder die Chancen nutzen, die eine Früherkennung bietet. Gerade wenn Sie über 40 sind oder zu einer Risikogruppe (hochgradig Kurzsichtige, Diabetiker, Familienangehörige von Glaukomerkrankten) gehören.

Ein Glaukom ist zwar nicht rückgängig zu machen, aber Früherkennung kann helfen, einen erhöhten Augeninnendruck rechtzeitig zu erkennen und das Gesichtsfeld zu erhalten. Lassen Sie sich deshalb regelmäßig vom Augenarzt untersuchen. Auch wenn Sie keinerlei Beschwerden haben. Die Untersuchungen sind schmerzlos und gehen schnell. Durch den medizinischen Fortschritt ist es möglich geworden, ein Glaukom mit wirksamen Medikamenten so zu behandeln, dass es nicht schlimmer wird. Sie haben es in der Hand, diese Chancen zu nutzen.

Wie ist der Aufbau des Auges und wie hängt das Glaukom damit zusammen?

Das Auge ist sicherlich unser wertvollstes Sinnesorgan. Es vermittelt mehr als die Hälfte aller unserer Sinneseindrücke.

Sein Aufbau ähnelt ein wenig dem einer Kamera: Die vordere Begrenzung des Auges ist die durchsichtige Hornhaut, dahinter ist die farbige Regenbogenhaut (Iris) zu erkennen. Hinter dieser liegt die Augenlinse. Sie wird umspült von dem Kammerwasser, einer farblosen Flüssigkeit, die ständig neu produziert wird und durch die Pupille in die vordere Augenkammer zwischen Iris und Hornhaut gelangt. Von dort wird sie normalerweise aus dem Auge abgeleitet. Diese Flüssigkeit ist für den Augeninnendruck verantwortlich.

Wenn die Produktion des Kammerwassers erhöht ist oder die Ableitung des Kammerwassers beeinträchtigt ist, kommt es zu einer - in den allermeisten Fällen schädlichen - Erhöhung des Augeninnendrucks. Über den Glaskörper wird der erhöhte Augeninnendruck an den hinteren Augenbereich, die Netzhaut und den Sehnerv weitergegeben.

Dadurch können in diesem Bereich die wertvollen Nervenfasern und Sehnervenzellen geschädigt werden und es kommt zu einem schleichenden Gesichtsfeldausfall, der von den Betroffenen in vielen Fällen erst zu einem sehr späten Zeitpunkt bemerkt wird.

Bereits durch den erhöhten Augeninnendruck aufgetretene Schäden können nur in den allerseltensten Fällen wieder rückgängig gemacht werden.

Was bedeutet das:
 "Grüner Star", "Glaukom", "erhöhter Augeninnendruck"?

Erhöhter Augeninnendruck

Dies kann eine Vorstufe zur Glaukomerkrankung sein. Wenn ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt wird, so wird in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle des Augeninnendrucks, des Sehnervenkopfs und des Gesichtsfelds durchgeführt und unter Umständen sogar schon drucksenkend behandelt.

Glaukom oder Grüner Star

Eine Augenerkrankung, die sehr oft (aber nicht immer) mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht. Auch hier wird in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle des Augeninnendrucks, des Sehnervenkopfs und des Gesichtsfelds durchgeführt und drucksenkend behandelt. Bleibt das Glaukom unbehandelt, führt es in der Regel zu Gesichtsfeldausfällen und Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung.

Was ist die Ursache?

Das Auge enthält eine Flüssigkeit, das so genannte Kammerwasser. Kommt es zu einem Missverhältnis zwischen der Produktion und dem Abfluss, dann kann es zu einem Stau kommen und der Augeninnendruck erhöht sich.

Wie ist die Behandlung?

In den meisten Fällen genügen den Augeninnendruck senkende Augentropfen. Das Wichtigste dabei ist die regelmäßige Anwendung nach Anleitung. Sollten die drucksenkenden Medikamente auch in Kombination nicht ausreichend den Augendruck senken, bzw. unter der eine Verschlechterung festzustellen sein, kann eine Lasertherapie oder eine Operation zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich werden.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist bekannt, dass es neben den rein anatomischen Gegebenheiten weitere Ursachen für einen erhöhten Augeninnendruck gibt.

Ergänzend oder unter Umständen auch alternativ zur schulmedizinischen Behandlung haben autogenes Training, Qi Gong oder Akupunktur bei den meisten Betroffenen eine deutliche, den Augeninnendruck senkende Wirkung. Insbesondere auch dann, wenn die alleinige medikamentöse Therapie den Augeninnendruck nicht ausreichend zu senken vermag.

Was wird durch die Behandlung erreicht?

Eine wirksame Senkung des Augeninnendrucks, sowie Schutz vor Schaden an Sehnerv und Gesichtsfeld.

Kann man ein Glaukom selbst erkennen?

Normalerweise nicht! Das Glaukom ist in den allermeisten Fällen völlig schmerzfrei. Auch führt es erst im fortgeschrittenen Stadium zu einer selbst bemerkbaren Sehverschlechterung. Daher bleibt es der augenärztlichen Routineuntersuchung vorbehalten, einen erhöhten Augeninnendruck oder ein Glaukom zu festzustellen.

Bei plötzlich auftretenden und sehr starken Augenschmerzen, die mit einer Sehverschlechterung einhergehen, sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen, denn es könnte sich dabei um das relativ seltene Winkelblockglaukom (Glaukomanfall) handeln, das sofort augenärztlich behandelt werden muss. An Wochenenden und außerhalb der Sprechstunden sollten Sie sich daher an den augenärztlichen Notdienst wenden oder eine Augenklinik aufsuchen!

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Zur Diagnose eines Glaukoms wird das Ergebnis mehrerer Untersuchungen zusammengeführt. Im Folgenden werden die wichtigsten durchzuführenden Untersuchungen beschrieben.

Messung des Augeninnendrucks

Hier gibt es zwei häufig verwendete Methoden: Entweder wird der Druck mit einem feinen Luftstrahl oder mit einem so genannten Tonometer gemessen. Das Tonometer ist ein kleines Messgerät, das sanft auf das Auge aufgesetzt wird. Bei uns in der Praxis wird zusätzlich eine neuere Methode, die sogenannte Rebound-Tonometrie, eingesetzt, bei der weder betäubende Augentropfen notwendig sind, noch der für einige Patientinnen und Patienten unangenehme Luftstrahl verwendet wird. Alle drei Methoden sind schmerzfrei.

Ergebnis

Die Druckmessung liefert einen physikalischen Wert für den Augeninnendruck. Die Bewertung dieser Ergebnisse muss immer im individuellen Zusammenhang gesehen werden und sollte auf alle Fälle einem erfahrenen Augenarzt überlassen werden.

Ein erhöhter Druck bedeutet nicht in jedem Fall eine Erkrankung und bei manchen Patienten liegt auch bei normalen Druckwerten ein Glaukom vor.

Es ist bekannt, dass es eine tageszeitliche Schwankung des Augeninnendrucks gibt und so werden bei auffälligen Untersuchungsergebnissen Kontrollmessungen des Augeninnendrucks zu anderen Tageszeiten erfolgen.

Untersuchung des Sehnervenkopfes (Papille)

Durch den Sehnerv, der hinten aus dem Auge austritt, werden die Sinneseindrücke vom Auge zum Gehirn geleitet. Man nennt diese Stelle die Papille oder den Sehnervenkopf. Mit einem Kontaktglas oder einer vergrößernden Lupe kann der Sehnervenkopf am Spaltlampenmikroskop detailliert und dreidimensional untersucht werden.

Selten wird hierzu die Pupille mit Augentropfen erweitert werden müssen.

Sollte dies der Fall sein, beachten Sie bitte, dass dies vorübergehend zu einer Sehverschlechterung führt, so dass Sie für einige Stunden kein Fahrzeug lenken dürfen.

Ergebnis

Die Untersuchung des Sehnervs zeigt, ob schon ein Sehnervenschaden durch einen erhöhten Augeninnendruck oder eine andere Erkrankung erkennbar ist. Häufig zeigt sich hier ein Schaden sogar schon vor einer Veränderung des Gesichtsfelds.

Daher ist die Beurteilung des Sehnervenkopfs ein sehr wichtiger Bestandteil der augenärztlichen Untersuchung.

Gesichtsfelduntersuchung

 

Bestimmung der Hornhautdicke (Pachymetrie)